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11 Fragen an den Architekt des neuen CampusM Gebäudes

Dipl.-Ing. Karl Scheibenreif erklärt uns im Interview, was es bedeutet, Architekt zu sein, und was er sich bei der Konzeption für den CampusM-Neubau überlegt hat.

Woher nimmst du deine Inspiration, wenn du ein Gebäude wie den CampusM entwirfst?
Ich hole mir Anregungen aus Fachbüchern, Architekturjournalen, aber auch aus bereits realisierten Projekten.

 

Wie kann man sich den Arbeitsprozess als Architekt vorstellen, wenn man selbst keiner ist?
Am Beginn des Arbeitsprozesses steht die Analyse der Aufgabenstellung – dabei stelle ich mir folgende Fragen: Was bauen wir? Welche Größe und welches Volumen hat das Projekt? Danach kommt es zur Ortsbesichtigung, woraus sich folgende Fragestellungen ergeben: Wie passt das Projekt auf den Bauplatz? Wie fügt es sich in die Umgebung ein? Wenn man die funktionalen Kriterien unter einen Hut gebracht hat, versucht man – natürlich unter Berücksichtigung der baubehördlichen Vorgaben – all diese Vorgaben zu verschmelzen und daraus einen ansprechenden Baukörper zu modellieren.

 

Wie sieht der Alltag von einem Architekten aus? 
Während der Woche geht man untertags „Alltagsgeschäften“ nach, was weniger mit dem Entwerfen von Gebäuden zu tun hat, sondern mit bürokratischen Auseinandersetzungen: Dazu zählen u. a. Detailplanung, Besprechung mit Mitarbeitern und Bauherren. Somit gestaltet sich der Alltag wohl eher als ein strukturierter Ablauf. Für die Entwurfstätigkeit bleibt der Abend, das Wochenende bzw. muss man sich aus dem Alltag für eine Zeit herausnehmen. Dies gilt natürlich jetzt rein für mich. Jeder Architekt wird das anders gestalten.

 

Was war für dich die größte Herausforderung beim Entwurf der Architektur für den Neubau des CampusM?
Die größte Herausforderung war es, im städtischen Gefüge neben dem historischen Hauptbau ein Holzgebäude zu integrieren. Dies erforderte eine moderne und zeitgemäße Interpretation eines Holzbaues.

© Walter Henisch

Welchen Bereichen hast du besondere Aufmerksamkeit geschenkt und warum?
Unsere Planung sollte keinen massiven Block ergeben. Somit ergab sich eine Aufteilung in fünf annähernd kubische Baukörper. Wichtig war die Schaffung eines zentralen Eingangsbereiches mit Durchsicht in den Garten, Übersichtlichkeit für das Frontoffice, guter Zugangsmöglichkeiten zu den Veranstaltungs- und Seminarräumlichkeiten sowie einer beruhigten Zone für den Verwaltungstrakt.

 

Kannst du uns ein paar Details zum Objekt verraten, die noch niemand weiß?
So soll es auch bleiben – diese Details bleiben geheim.

 

Ist dieses Projekt „business as ususal“ oder doch etwas Besonderes? 
Generell ist für uns kein Projekt ein Alltägliches, das bloß irgendwie abgehandelt wird. Aber natürlich sehen wir dieses Objekt als etwas Besonderes, weil für die größte Schule Österreichs zu bauen, eine große Ehre und Herausforderung darstellt.

 

Was erwartet die Schülerinnen und Schüler, wenn das neue CampusM Gebäude fertig ist?
Wir hoffen mit unserem Projekt ein Schülerheim nach den modernsten Kriterien zu realisieren, welches den Schülerinnen und Schülern Intimsphäre in ihren Zimmern bietet, Kommunikationsbereiche für gemeinsames Lernen bietet, aber auch Zonen für Kleingruppen schafft. Gemeinsam mit den Veranstaltungs- und Infrastrukturmöglichkeiten im Erdgeschoß und der Einbindung des Gartenbereiches wird den Bewohnern ein lebenswertes Umfeld geboten, in dem sie sich hoffentlich wohlfühlen.

Hand auf’s Herz: Wie lange hast du gebraucht, um die gesamte Architektur fertigzustellen?
Die Fragestellung muss lauten, wie lange wir, nämlich unser Team, für die Planung gebraucht hat. Die Grundidee kommt natürlich vom Architekten, sie wird aber dann gemeinsam in Teamarbeit umgesetzt. Ein aus vier Leuten bestehendes Team hat circa drei Wochen intensiv am Wettbewerbsprojekt gearbeitet.

 

Was sind die nächsten Schritte im Projekt? 
Die nächsten Schritte stellen Besprechungen mit Nutzer, Bauherr und Auftraggeber dar, um die konkreten Anforderungen an das Gebäude noch präzise zu definieren und etwaige Zusatzwünsche zu berücksichtigen.

 

Kann man sich die Rolle des Architekten wie die eines Regisseurs einer Filmproduktion vorstellen? 
Das ist ein interessanter, wirklich zutreffender Ansatz. Ja, man kann die Rolle des Architekten durchaus mit dem Aufgabenbereich eines Regisseurs vergleichen. Das heißt, der Plot ist vorhanden, jetzt wird das Drehbuch geschrieben. Die Premiere dürfte dann wohl im September 2022 stattfinden.

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